Wichtige Inhalte einer Sicherheitsbelehrung
Einleitung

Wir wollen Urlaub machen und auch unseren Spaß habenund wir wollen aber auch alle Gesund wieder zurückkommen!
Eine Yacht ist ein klein wenig mehr als ein Wohnwagen auf dem Campingplatz
Wenn alles gut abläuft, ist alles in bester Ordnung, wenn aber nicht, hat nur einer den Kopf hinzuhalten!
+ Wir fahren nicht zum ersten mal und die meisten wissen, wie so ein Törn abläuft. Alles soll und wird gemeinsam besprochen und unternommen. Das meiste hängt eh vom Wetter ab und dies wird die Route diktieren.
+ Wir sind an Bord eine gleichberechtigte Mannschaft und jeder hat dafür gelöhnt und im normalen Tagesablauf wird es da auch keinen an Bord geben der eine kommandierende Stellung haben will und wird.
+Mit einer kleinen Ausnahme: Wer mich kennt weiß, daß ich immer jeden guten Rat und Hinweis annehme, aber wenn es
  + um die Schiffsführung im konkreten Fall geht
  + wenn es um die Segelführung geht
  + wenn es um Kommandos beim Ab- und Anlegen geht
  + wenn es um Sicherheitsfragen geht
dann hat ebend der Skipper das sagen, darüber muß sich jeder im klaren sein. Geht irgendetwas schief, hat nur der Skipper alleine alles zu verantworten, egal, wer dran gedreht hat. Um dieses Risiko zu mindern und um darum, daß wir einigermaßen die selbe Sprache sprechen, muß diese Einweisung sein.

Was jeder an Bord und speziell im Notfall unbedingt wissen muß
+ wo liegen welche Rettungsmittel, wie funktionieren sie
+ wie funktionieren wichtige Systeme an Bord, wird gelenzt, wie der Motor gestartet usw.
+ wer hat in bestimmten Situationen was zu tun und wer hat andererseits "nichts" zu tun/zu sagen
Die Regeln der guten Seemannschaft schreiben eine solche Aufgabenverteilung (Notrolle) vor. Kommt es zu einem Unfall auf See, wird mit Sicherheit in der anstehenden Seeamtsverhandlung festgestellt, ob diese Vorkehrungen getroffen wurden oder nicht - sollte die Seenotrolle fehlen.....
+ dumm sieht es allerdings auch aus, wenn man ahnungslos im Weg herumsteht - es gibt immer wichtige
Sachen zu tun, wie Fender halten, das Ende einer Leine halten oder auch nur Bier holen ..
.................

Grundsätzliches
+ am sichersten ist es in der Plicht. Diese verläßt ab Bft 4 keiner eigenmächtig.
+ nicht freihändig stehen, eine Hand für sich ,eine Hand fürs Schiff
+ niemals an der Seereling festhalten
+ das Relingsklo ist immer mit Vorsicht zu genießen und ab Bft 3 sollte es tabu sein (ggf. könnte man mal beidrehen) andererseits pinkelt man sich eh auf die Schuhe und latscht dann in der Plicht auf die Bank.
+ gleich weiter zum WC: wenn sich dort grundsätzlich alle setzen, pinkelt keiner daneben und es muß dies auch keiner wegmachen!

Sicherheitseinweisung       Hierzu gibt es eine ausgedruckte Tabelle, die an Bord noch mal abgearbeitet wird

Schwimmweste, Lifebelts
Schwimmwesten kontrollieren
+ sind Gaspatronen ausreichend vorhanden jeder seine eigene, anlegen, einstellen (sehr eng!), griffbereit weglegen, Prüfen, daß am Belt die Leine dran ist
+ noch vor dem ersten auslaufen (und ist das Wetter noch so schön), werden die Lifebelts eingestellt und in der eigenen Koje verstaut!
+ rechtzeitig anlegen/einpicken heißt, beachten von Wind und Seegang sowie Sichtverhältnisse nachts wird auch bei schönem Wetter eingepickt (auch nur bei Relingsklobenutzung!!) Denn wer nachts über Bord fällt, hat kaum Chance wiedergefunden zu werden !!
+ aber auch in der Plicht wird sich eingepickt (Gefahr heckeinsteigender Wellen / Großbaum) wo und wo nicht einpicken
+ niemals in der Seereling einpicken oder festhalten
+ immer so kurz wie möglich einpicken und nie 2 Personen an gleicher Stelle
+ niemals in laufendes Gut einpicken
+ mmer erst eine Leine einpicken, bevor die andere ausgepickt wird

Rettungsinsel                       siehe auch Seerolle/Notrolle
Wartungszeit kontrollieren, wenn abgelaufen, nicht auslaufen ! Personenfassungszahl kontrollieren
+ Handelsüblich drinnen: Rettungswurfring mit 30 m Leine, Treibanker, 2 Paddel, Sicherheitsmesser, Taschenlampe, Lenzmittel, Flickzeug, Blasebalg, 3 rote   Handnotfackeln, Tabletten gegen Seekrankheit, Anweisungen
+ Weiterhin mitnehmen sollte man (Notbeutel/Notrolle): 2. Treibanker mit Leine, nicht durstende Lebensmittel, Frischwasser (min 0.5L/Pers), Trinkbecher mit Meßeinrichtung, Sanikasten, Nylongarn u. Plastiktüten, Logbuch, Schiffspapiere, persönliche Papiere, Wertsachen, Tagessignalspiegel, 3 rote Handnotfackeln zusätzlich, 2 rote Fallschirmraketen

Nur unlöschbares Feuer an Bord und akute Gefahr des Sinkens sind Gründe für das Ausbooten !!
Panik vermeiden, um das Schiff kämpfen und Notrolle abarbeiten
wenn ausbooten: Alle so warm wie möglich anziehen
+ Position ermitteln, Seenotfunkspruch absetzen, Notbeutel packen
+ Hand-GPS mit ausreichend Batterien und Telefon-Handys wasserdicht verpackt mitnehmen
+ Vor dem Wassern des Floßes unbedingt Festigkeit der Sorg- und Auslöseleinen prüfen
+ Floß immer in Lee ausbringen, wenn Floß nach wassern auf dem Kopf steht, muß einer angeleint ins Wasser - Floß nur an sichtbar markierter Seite drehen !!
+ Alle steigen nur angeleint über ! Bäuchlings auf das Floßdach fallen lassen.
Das Schlimmste wäre, bei dieser Situation noch einen im Wasser suchen zu müssen!
Unbedingt versuchen, möglichst trocken zu bleiben
+ Im Floß picken sich alle zusammen, damit keiner über Bord geht
+ Wenn alles sehr schnell gehen muß reißt die Sorgleine beim Sinken der Yacht an einer Sollbruchstelle.

Funkgerät                 siehe auch Notrolle / Seerolle
Funkgerät Hörbereitschaft auf Kanal 16
keine gesetzliche Grundlage verbietet das Nutzen des Funkgerätes ohne Lizenz im Notfall
+ also jeder muß wissen, wie es funktioniert, auch wenn er normalerweise nicht senden darf
Allgemeine Bedienungsanleitung          Vordruck-Folie verwenden für Funkgerät (hängt bei mir immer am Kartentisch)
siehe auch Folie für KüFSt.
Notmeldung auf Funkgerät aussenden (siehe auch hierzu vorbereitete Tafel, jeder muß wissen, wie diese anzuwenden ist
Aussenden der Notmeldung darf nur der Skipper anordnen.
Die drei Arten der Meldungen
+Seenotfall:      MAYDAY MADAY;    MAYDAY MAYDAY;    MAYDAY MAYDAY
+Dringlichkeitsmeldung:     PANN PANN,    PANN PANN,    PANN PANN
+Sicherheitsmeldung:    SECURITE,    SECURITE,    ECURITE

Seenotsignalmittel                siehe auchNotrolle
+ Wo lagern die Signale
+ Wann dürfen diese eingesetzt werden
+ Auf die Gefährlichkeit hinweisen

Verbandskasten                    siehe auch Seerolle/Notrolle
Feuerlöscher                      siehe auch Seerolle/Notrolle
+ Sind mehrere an Bord? Wo sind sie verstaut/angebracht?
+ Kontrollieren, ob Wartungsdatum abgelaufen ist.
Nachtrettungslicht
+ Funktion überprüfen
+ Sind Ersatzbatterien vorhanden
Notpinne                       siehe auch Notrolle
+ mal herausholen, einstecken und probieren
Seeventile                       siehe auch Seerolle/Notrolle
+ müssen geschlossen werden, weil bei Schräglage permanent Wasser eindringen kann
Bord-WC                      siehe auch Seerolle/Notrolle
+ Kein Papier oder anderes Zeug ins WC außer Sche....
+ wenn Pumpe schwer geht - sofort aufhören zu pumpen - Ursache suchen (Membranschäden!!)
+ Keine Einleitungen in Häfen. Teilweise hohe Strafen (Türkei)
+ Achtung WC-Seeventile immer schließen ! Es gibt viele Yachten, die über das WC abgesoffen sein sollen !
Lenzeinrichtungen                      siehe auch Seerolle/Notrolle
Anker                      siehe auch Seerolle/Notrolle
+ mit Funktion Ankerspill vertraut machen
+ Zustand Schekel und Befestigung am Boot gewissenhaft prüfen
Gasanlage     Jeder,der benutzt, muß vorher eingewiesen sein!!
+ Die Gasflaschen sind immer nach Gebrauch zuzudrehen!!
+ Propangas ist schwerer als Luft und fließt ins Boot !! Ein Funke und bumms !
Notrolle
Erstellen einer Seenotrolle
Die Regeln der guten Seemannschaft schreiben eine solche Aufgabenverteilung (Notrolle) vor. Kommt es zu einem Unfall auf See, wird mit Sicherheit in der anstehenden Seeamtsverhandlung festgestellt, ob diese Vorkehrungen getroffen wurden oder nicht - sollte die Seenotrolle fehlen.....
Diese ist für jeden lesbar an gut sichtbarer Stelle anzubringen (siehe Vordrucke)

An- und Ablegen / Seetörn        Wir alle haben meist von allem Ahnung, aber oft gibt es nur einen einzigen Versuch! ...oder anders: der eine hat den Schaden und die anderen das Grinsen.

Aufgabenverteilung an Bord
Führung Logbuch (gründlich)             Führung Logbuch ist jetzt gesetzliche Pflicht !!
Wer ist Co-Skipper
An- und Ablegen
Öl- und Kühlwasserkontrolle
Motorbetriebsstunden
Logge-Stand
wenigstens stündliche Eintragung
Standort, Kurs, Segelstellung, Barometerstand, Windstärke und Richtung, Wassertiefe
sonstige Eintragungen
Kursänderungen (auch jedes Wendemanöver beim Kreuzen), neuer Kurs
wichtige Tonnen
Begegnungen
Maschine an/aus
Kreuzpeilungen
Seitenpeilungen
Motorkontrolle:                      siehe auch Seerolle/Notrolle
  + Ölstand
  + Zustand Keilriemen, Schraubenwelle und Stopfbuchse
  + Kühlwasserfluß
  + Lenzeinrichtungs- und Bilgenkontrolle
  + Stellung des Batteriehauptshalters
Festmachen/Ablegen, Festmacherleinen, Fender
Wichtig: Herumschreien zeugt nicht von guter Seemannschaft, d.h. es erweckt den Eindruck von keiner Ahnung
+ besser ist, man macht sich für bestimmte Sachen Handeichen aus, bzw. gibt exakte seemännische Kommandos.
Siehe Bildtafel dazu
  + Arm hoch:            noch voraus
  + Arm nach achtern:       zurück, bzw. Fahrt zu schnell
  + Arm unten:           stopp
  + Arm nach Seite:        Kurs dort hin
+ An die Vorleine und an die Luvseite kommen die erfahrendsten Leute.Besonders bei Seitenwind müssen die Luv- Leinen sofort sitzen!
Egal wie`s aussieht, halten müssen sie! Einer hat dabei immer den Bootshaken bereit.Dann kann man in aller Ruhe das Schiff festmachen.
+ Es gibt zahlreiche Schulmeinungen zum Festmachen/Anlegen, aber es gibt auch immer andere Situationen. Jeder soll sich darüber im klaren sein, wie schnell die Kaution wegen einer Schramme weg sein kann. Es ist dann leicht, den hinterm Steuerrad verantwortlich zu machen, wenn man selbst nicht rechtzeitig und ordentlich die Leinen festbekommt. Bei Badewetter kann dies jeder, aber wehe es weht eine steife Briese von der Seite!!!
Deshalb hierzu eine spezielle Einweisung, die im ZH mit der Seerolle gesehen werden muß.
Einige Hinweise dazu:      (Das werden wir aber an Bord besprechen und üben!)
Fenderleute stehen vorrangig an Leeseite, bei Bedarf auch an Luv, Bug oder Heck - Augen auf !!!
Vorleine:
+ einer an Land und einer belegt am bootsseitigem Ende die Klampe, immer bereit, dichtzuholen/zu fieren
Eindampfen in die Spring
+ Beginnen, wie Vorleine
+ Vorleinen-Länge bis etwa 1-viertel bis 1-drittel Schiffslänge zurück, dann fest. Alle Fenderleute verteilen sich an Springseite
Achterleine:
vorrang hat die Luvseite
+ einer steht mit großem Pahlstek-Auge mittschiffs, um Pfahl zu erreichen und einer belegt achten die Klampe, immer bereit , dichtzuholen/zu fieren.
Leine außerhalb Reling und Wanten führen, ab immer so dicht, daß sie nicht in Schraube kommt.
+ Pahlstek ausreichend groß machen !!!!
Wo immer es möglich ist, sollten dann alle Festmacherleinen auf Slip gelegt werden. Dies erleichtert das Ablegen enorm, denn es muß keiner an Land bleiben, bzw. wie ein Affe zwischen Boot u. Pfahl hangeln.

Anlegen vor Buganker /Anlegen mit Heck zum Steg

+ hört sich einfach an, ist aber komplizierter als man denkt, d.h. vermeiden wenn man kann.
Dazu hier also nichts näheres, Skipperkommandos sind hier unbedingt exakt auszuführen.

Ausguck gehen
Wer seinen Posten verlassen muß, meldet sich ab (immer!!) Ablösung muß immer da sein; besonders Steuerbortausguck belehren
+ Gefährlichkeit bei Stb-Bug
+ Segel (besonders Genua) verdecken oft total die Sicht, jedes Fahrzeug wird gemeldet und weiterhin beobachtet
+ Skipper oder verantwortlicher Steuermann muß Situation bewerten
Seitenpeilung zur Kollisionsverhütung
+ muß jeder beherrschen (ist einfach - zeige ich jedem an Bord)

Rigg und Segel
In erster Linie kommt es auf Sicherheit an
+ Niemals den Kopf in Höhe Großbaum halten, besonders beim Aufrechtstehen bei Vorwindkursen ist schnell eine Patenthalse gefahren und dann fegt der Baum alles weg. Da immer Bullenstander fahren!
+ Finger und Hände möglist weit weg von den Winschen (Einklemmgefahr)
+ Niemals in laufendes Gut einpicken
+ausrauschende Leinen verhindern! Wenn passiert, niemals zufassen! Verbrennungsgefahr
Reffzeitpunkt
+ zu zeitiges Reffen ist genau so unsinnig wie zu spätes reffen
+ Ruderdruck:wird dieser zu groß, sinkt durch ständiges Gegenruder die Geschwindigkeit aber schlimmer ist, das das Boot unsteuerbar wird
Wetterfront: hier braucht man Erfahrung, um den richtigen Reffzeitpunkt nicht zu verpassen
+ Wenn sie etwa in der Kimm steht, ist sie ca. 12 sm entfernt. Bei einer Zuggeschwindigkeit von etwa 15 kn (Warmfront)/20 kn (Kaltfront) wäre sie in weniger als einer Stund da.
+ Nun die eigene Geschwindigkeit und Richtung bedacht und vorauseilende Fallwinde einkalkuliert, dann können es schnell nur noch 30 Minuten sein !
Da ergibt sich nun nur noch die Frage, wie schnell ist man beim Reffen von Genua und Groß, wenn man vorher auch noch Lifebelts, Schwimmweste und sonstiges anlegen muß ??

Für Neulinge und Schwerwetterunerfahrene
Wir wollen nicht hoffen, daß es uns noch mal so ereilt wie 1998, aber man weiß ja nie !! (Werde ich an Bord bestimmt erzählen)
Keine Angst und Panik aufkommen lassen - Vertrauen haben in das Schiff und denjenigen der es führt!
+ das Boot kann extreme Schräglagen bekommen und verkraften. Die erste Böe der Wetterfront kann extrem sein. Gnade dem, der nicht eingepickt ist.
+ die Fahrtenyachten können theoretisch durchkentern und würden nur sinken, wenn sie vollaufen (...aber, aber,aber ...)
+ die Yachten sind so konstruiert, daß bei einer Krängung von 90° - also Segel auf dem Wasser - noch kein Wasser ins Boot eindringen kann (mal abgesehen von hereinbrechenden Wellen)
+ Der tiefe Schwerpunkt der Yachten, wird diese immer wieder aufrichten, also: sich selbst sichern, und in Ruhe und überlegt weiterarbeiten, auch wenn das Boot noch so stark schlingert, krängt oder stampft. Gefahr entsteht erst richtig, wenn das Rigg irgendwie nachgibt, d.h. Wanten oder Staken brechen.
+ Dann muß schnell gehandelt werden - entweder noch wenden können, um eine Entlastung zu erreichen oder, wenn der Mast bricht, muß man wissen wo die Wantenschneider sind
+ Über Bord muß der Mast - er würde das Boot zerstören, aber: retten was zu retten ist, denn irgendwie kann man dann versuchen, eine Notbeseglung zu bauen.

Bord-Lifeleine ausbringen ab Bft 4:     vom Bug nach achten, Stb. Und Bb., straff spannen !

Mann über Bord MOB
+ eine sauber aufgeschossene Schwimmleine immer an der selben Stelle deponieren
+ Rettungskragen immer einsatzbereit angebracht halten
Checkliste Mann über Bord          liegt in Mappe
Ruf Mann über Bord.        Diesen Ruf ausschließlich nur für diese Situation verwenden.     Alle sofort nach oben. Egal in welchem Zustand.
Ausguck besetzen.            Sofort eine Person abstellen, die keine andere Aufgabe mehr hat.
Rettungsmittel nachschmeißen      Sofort alles Schwimmbare hinterherwerfen.
+ Mann über Bord - Taste drücken bei allen vorhandenen GPS-Geräten
  Befestigen Sie am Gerät einen Aufkleber mit dem Hinweis, wie diese Funktion eingeschaltet wird.
Verhalten der über Bord gegangenen Person:
+ Ruhe bewahren. Nicht dem Schiff hinterher schwimmen. Keine Sachen ausziehen, nur schwere Stiefel oder Schuhe. Schwere Gegenstände aus den Taschen entfernen.
+ Vor allen, wer fällt, ruft "Mann über Bord" Ntürlich alle anderen auch, die es sehen)
Verhalten der restlichen Crew
+ Ruhe bewahren. Die erforderlichen Manöver erklären.
+ Ruhe an Bord, keine Diskussionen über Machbares, nur der Skipper befiehlt und verantwortet alles. Alle hoch an Deck außer der Navigator
+ alle Verfügbaren gehen Ausguck und zeigen mit Hand Richtung MOB        was man nicht sieht, kann man nicht retten oder bergen
+ Skipper ans Ruder, bzw. neben Rudergänger,
+ Maschine an, Segel dicht setzten, schnellstens Wenden und ran an den Mann
+ Badeleiter nie angeschraubt lassen, Bändsel ist besser - muß aber vom Wasser aus erreichbar sein.

Wenn MOB verloren
Dringlichkeitsmeldung über Funk mit "PAN PAN" absetzen!
Suchschema wenn Mann verloren. Der MOB wird weniger abgetrieben als das Schiff
Suchen bei exakt 6 Knoten:
- Der Skipper selbst oder ein erfahrener Mann ans Ruder!
- die gefahrenen Zeiten und Kurse kommen ins Logbuch!
1. Zuerst wenige Minuten gegen den Wind, wie lange hängt davon ab, wie lange man schon ziellos gesucht hat.
2. Dann 90° Wende (rechts oder links) und 1 - 2 Minuten fahren ( die festgelegte Zeit dann genau einhalten)
3. Wenden (eigentlich Halsen) um genau 180° und dann genau die doppelte Zeit fahren und wieder wenden. Geschwindigkeit muß exakt eingehalten werden.
Beachte, daß stark unterkühlte Personen nur waagerecht aus dem Wasser geborgen werden dürfen und einer speziellen Behandlung bedürfen !! Hier muß unbedingt ärztliche Hilfe her. Hinweise in Mappe nachlesen!!

GPS           was jeder wissen und können muß
Position ablesen und notieren !!
N 54°28,62'nörlich (Breitengrade) zweistellig
E 013°26,05'östlich (Längengrade) dreistellig
MOB - Taste
+ ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich, dies an Bord unbedingt nachlesen
Im Notfall immer beides tun: MOB-Taste drücken und Position (mit Zeitangabe) notieren
Bemerkungen zum GPS
+ Kontrollieren, ob Kartendatum (WGS 84) und Zeit richtig eingestellt sind
+ Kontrollieren, ob Positionsangaben auf Minuten mit Dezimalkommastelle eingestellt ist
UTC oder Localtime (MEZ) (sprich: juutiisii)
vom Null-Meridian aus westlich minus und östlich plus, d.h. bei 24 Zeitzonen - 12westlich und 12 östlich
MEZ = +1h, Sommerzeit + 1 weitere h, d.h. UTC 1240 entspricht 14:40 Uhr MEZ
Flaggenführung
Internationales Flaggenrecht beachten
+ auf See (d.h. außerhalb der 12sm Zone) werden keine Flaggen geführt
+in ausländischen Gewässern ist die Gastlandflagge unter der Stb.Saling geführt besonders Skandinavische Länder (aber nicht nur dort)
+ hier noch verankerter Brauch, dessen Nichtbeachten als Mißbrauch des Gastrechtes gesehen wird
+ Flaggenzeit (Sommer) 08.00 bis Sonnenuntergang (jedoch max bis 21.00 Uhr)
+ Liegen Kriegsschiffe im Hafen, bestimmen diese die Zeit
+ Heißen: zuerst Nationale, dann Gastlandflagge und dann ggf. sonstige Flaggen / einholen umgekehrt
+ ist abends zur Flaggenzeit voraussichtlich keiner an Bord, werden die Flaggen vorher eingeholt.
Ein- und Ausklarieren
Einklarieren
+ Zuerst verläßt nur der Skipper oder Zahlmeister das Schiff und klärt Formalitäten bei Hafenamt (auch hier gilt: allzu lässige Kleidung könnte als Mißachtung der Autorität bewertet werden)
+ Weisungen des Hafenmeisters ist unbedingt Folge zu leisten, insbesondere dann, wenn er fordert, mit Landgang zu warten, bis er Zoll und Polizei verständigt hat. Warten heißt hier - unbedingt auf dem Schiff bleiben, auch wenn man bei Hitze daneben baden könnte
Zollkontrolle
+ der Zoll hat uneingeschränkte Befugnisse
+ Haltesignal kann neben Flagge L (Signal: kurz,lang,kurz,kurz) auch SO (Signal: 3xkurz / 3xlang) sein. Zollamtliche Anmeldung/Abmeldung
+ ist bei Mitgliedsländern der Europäischen Union nicht erforderlich, wenn man an Bord nur solche Waren hat, die frei eingeführt werden dürfen.

Verhalten in Häfen
+ möglichst langsam fahren, Schwell vermeiden, in Ruhe ein paar Runden drehen und sich informieren
+ heulende Motoren sind äußerst unerwünscht - ein kurzer kräftiger Schub gegen das Ruder ist sowieso effektiver und wirkungsvoller
+ ebenso erregt lautes Geschrei Ärger und zeugt nicht von gutem Können, Festmacher, Fender usw. rechtzeitig bereitlegen, aber auf keinem Fall schon außer Bord hängen lassen.
+ muß man im Päckchen liegen, holt man vorher die Zustimmung beim anderen Eigner/Skipper ein. Beim Landgang gehr man barfuß oder nur in Segelschuhen über das andere Boot und nur übers Vorschiff !!
+ in der Regel hilft man sich beim An-/Ablegen gegenseitig, aber unter Beachtung versicherungsrechtlicher Dinge, sollte man nichts verlangen, was schief gehen könnte.
+ Boot aufklaren, Eigentum sichern und Boote beim Landgang verschließen (Schlüssel und Zündschlüssel immer mitnehmen - auch wenn er noch so einfach ist - Versicherungsschutz beim Diebstahl )
+ Daß Lärm immer (und nicht nur Nachts) vermieden wird, sollte selbstverständlich sein - wer nachts auslaufen will, wird vielleicht am Tag noch schlafen wollen.

Alkohol an Bord
Auf See gilt: ab 0,3 Promille tritt Fahruntüchtigkeit ein. Ab 0,8 Promille tritt strafrechtliche Verantwortlichkeit ein und Verlust des Versicherungsschutzes lt. Urteilen liegt ab 1,7 Promille völlige Fahruntüchtigkeit vor